Stricktreff – Ist das etwas für mich?

Teresa
Stricktreff – Ist das etwas für mich?

Stricken ist schon lange nicht mehr grauhaarigen Damen vorbehalten. Obwohl die Technik des Strickens nur noch selten in der Schule vermittelt wird, üben sich auffallend viele junge Frauen in der traditionsreichen Kunst. Meist wird allein zu Hause vor dem Fernseher gestrickt. Ehemann und Kinder loben zwar fertiggestellte Projekte, sind aber keine Ansprechpartner, wenn Hilfe bezüglich eines komplizierten Strickmusters gesucht wird oder wenn Inspirationen für neue Strickarbeiten fehlen. Darum finden sich strickbegeisterte Frauen häufig zum Handarbeiten in geselliger Runde zusammen. In einem sogenannten Stricktreff tauschen sich Strickerinnen über ihr Hobby aus. Man lernt miteinander und voneinander.

Was ist ein Stricktreff?

Jede Gruppe, die zum gemeinschaftlichen Stricken zusammenkommt, kann als Stricktreff bezeichnet werden. Es ist unerheblich, ob sich lediglich zwei Freundinnen zum Stricken bei Kaffee und Kuchen treffen, oder ob der Kreis aus zwanzig einander sonst fremden Frauen besteht. Männer sind in den meisten Runden willkommen, aber tatsächlich gesellen sich nur selten männliche Stricker zu den handarbeitswütigen Damen. In organisierten Treffs spielen gesellschaftliche Stellung, Strickerfahrung und Alter der Frauen keine Rolle. Ein buntes Durcheinander ist sogar erwünscht. So profitiert die Bankangestellte im Ruhestand, die erst jetzt Muße zum Stricken findet, von den Erfahrungen der Studentin, die bereits als junges Mädchen eigene Muster kreierte.

Welche Vorteile bringen die Treffen?

Stricken in der Gemeinschaft bringt viele Vorteile. Anfängerinnen wissen oft mit den Abkürzungen in Strickanleitungen nichts anzufangen. Fachbegriffe sind nur selten selbst erklärend. Gut, wenn in der Gruppe Frauen anwesend sind, die direkt am angefangenen Strickstück geduldig zeigen, wie die Anleitungen umzusetzen sind. Gerne genutzt wird auch die Möglichkeit, Strickhefte und Bücher mit Anleitungen untereinander zu tauschen. Wollreste können ebenfalls getauscht oder verschenkt werden. Wer gerade kein Projekt in Arbeit hat, schaut den anderen Frauen über die Schultern und holt sich auf diese Weise Anregungen. Der Hauptgrund an einem Stricktreff teilzunehmen, ist für die meisten Strickwütigen jedoch das gesellige Beisammensein. Nicht selten entwickeln sich unter Gleichgesinnten enge Freundschaften, die über das Handarbeiten hinaus gehen.

Wie kann man sich einem Stricktreff anschließen?

Stricktreffen sind keine geheimen Zirkel. Dennoch ist es nicht immer einfach, eine Gruppe am Wohnort zu finden, die regelmäßig zusammenkommt. Manchmal organisieren Handarbeitsgeschäfte Treffen für Strickerinnen. Ist das nicht der Fall, sind die Ladeninhaber sicher gerne bereit, per Aushang im Laden bei der Kontaktaufnahme zu einer Gruppe zu helfen. Auch das Internet bietet Möglichkeiten, mit Strickerinnen in Kontakt zu kommen. In einigen Handarbeitsforen wird auf Termine von Stricktreffen hingewiesen. Wer bereits Kontakt aufgenommen hat und sich zum ersten Treffen in der Gruppe bereit macht, nimmt natürlich sein angefangenes Projekt mit. Dabei muss sich niemand Sorgen machen, dass die anwesenden Strickerinnen allzu kritisch auf das Strickstück schauen. Anregende Gespräche ergeben sich auch, wenn zum Treffen ein besonders gelungenes selbst gestricktes Kleidungsstück getragen wird.

Bildquelle: Flickr.com by noraly

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One Comment

  1. Karina 6. März 2015 at 15:21 - Reply

    Ich wohne in St. Pölten und bin auf der Suche nach einer Handarbeitsgruppe, einen Stricktreff oder so etwas ähnlichen. Kann mir da jemand weiter helfen?
    Danke im Voraus
    Karina

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